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Berichte von Aktivitäten und Veranstaltungen
14.08.10 - Training im Brandhaus Lemgo, Kreis Lippe
Regelmäßiges und realitätsnahes Training ist die wichtigste Grundlage für eine effektive und sichere Brandbekämpfung im Innenangriff. Aus diesem Grund besuchten 15 Mitglieder der Feuerwehr Bad Gandersheim für einen Tag die Brandsimulationsanlage in Lippe, ein dreistöckiges Brandhaus mit verschiedensten Trainingsmöglichkeiten.
Nach der Ankunft um 8 Uhr auf dem Gelände des Feuerwehrausbildungszentrums wurden die Teilnehmer vom Instruktorenteam in Empfang genommen, es folgte eine Sicherheitsunterweisung und alle Teilnehmer bekamen zur medizinischen Überwachung einen Funk-Pulsmesser der die Vitalparameter direkt in den Leitstand der Simulationsanlage sendet.
Im Anschluss an die Unterweisung folgte auch schon der erste praktische Teil, in zwei Gruppen wurde eine Wärmegewöhnung im Rahmen eines simulierten Wohnzimmerbrandes durchgeführt, es herrschten Temperaturen von 250° C auf 1,50 Meter Höhe. Ziel der Übung war es, die eigenen Grenzen und die der Einsatzbekleidung kennen zu lernen und vor allem auch die Wirkung des bei einer Deckentemperatur von über 400° C durch Löscharbeiten verursacheten Wasserdampfes.
Kaum haben die ertsen Teilnehmer die Wärmegewöhnung durchlaufen, ging es schon mit der nächsten Übungseinheit weiter.
Bei einem simulierten Küchenbrand stand das taktische Vorgehen im Vordergrund, begonnen mit der richtigen Türöffnungsprozedur bis zur richtigen Wahl der Löschtechnik. Im Erdgeschoss der Simulationsanlage befindet sich neben einem Wohnzimmer, zudem die Küche, in der sowohl ein Herd-, als auch der Fettbrand eines Topfes simuliert werden kann. Die Lösung bestand hier darin, das Löschwasser vorerst nur zur Kühlung der Rauchgase einzusetzten, anschließend den Fettbrand mit dem Topfdecker zu ersticken und erst am Ende den im Vollbrand stehenden Herd mit Wasser abzulöschen. Würde der eingesetzte Trupp das brennende Fett mit Wasser löschen käme es zu einer Fettexplosion dessen Folge eine große Gefahr für die Einsatzkräfte aber auch einen Massiven Schaden des Raumes zur Folge hätte.
Gegen Mittag haben alle Atemschutzgeräteträger die ersten beiden Übungssequenzen absolviert und nach einer 30 minütigen Mittagspause folgte die Hauptübung.
Diesmal stand der dritte Brandraum im Erdgeschoss, eine Wekstatt, in Brand.
Der vorgehende Trupp bekam zuerst eine Einweisung in die Lage, eine Person wurde noch vermisst, und anschließend den Auftrag "Menschenrettung und Brandbekämpfung". Ziel war es hier mit der richtigen Suchtechik die vermisste Person (Dummy) zu finden, diese aus dem Gebäude zu retten und erst anschließend den eigentlichen Brandherd zu bekämpfen. Während sich eine Person in einem vom Feuer betroffenen Raum befindet sollte der Wassereinsatz so gering wie möglich gehalten werden, da sonst der entstehende heiße Waserdampf dieser massive Verbrennungen zuführen würde.
Alle Übungen wurden von erfahrenden Ausbildern begleitet, mit Hilfe einer Wärmebildkamera aufgezeichnet und im Anschluss an jede Übung fand eine Auswertung mit dem vorgehenden Trupp statt.
Gegen 15:30 Uhr waren alle Übungen abgeschlossen und nach einer Evaluation in der Gesamtgruppe konnten die Teilnehmer der Gandersheimer Feuerwehr die Heimreise antreten, am selben Abend fand zudem die Brandsicherheitswache beim Feuerwerk des Lichterfestes statt.
Insgesamt war dies eine sehr effiziente Ausbildung die optimal an die standortinterne Ausbildung und die Übungseinheiten im Brandcontainer der FTZ Bad Gandersheim anschloss. Im Gegensatz zum Brandcontainer standen hier nicht die schnelle Reaktion und die Belastbarkeit, sondern vor allem die Einsatztaktik im Vordergrund.
Dank gilt vor allem der Kreisfeuerwehr Lippe, die die Feuerwehr Bad Gandersheim nach einem Besuch der Feuerwehrsenioren in der Roswithastadt, in ihr Brandhaus eingeladen hat.
Text und Photos: Tilman R. Holbe









